Informationsabend zu den Betreuungsgutscheinen

 

Dienstag 18.Februar 2020  19.30Uhr

im Saal des Wohn- und Pflegeheim Koppigen

 

 

Der Informationsabend bietet anvertrauenden Eltern und Tageseltern eine gute Möglichkeit  zu erfahren, welche Aufgaben mit dem Systemwechsel auf die anvertrauenden Eltern zukommt.

Betreuungsgutscheine ab 01.08.2020

Das Wichtigste in Kürze

Am 13. Februar hat der Regierungsrat die notwendigen Beschlüsse zur Einführung des Betreuungsgutscheinsystems gefällt. Die entsprechende Medienmitteilung finden Sie hier .

Die angepassten Verordnungen finden Sie hier:

Die Verordnungen treten per 1.4.2019 in Kraft. Ab diesem Datum können Gemeinden, Kindertagesstätten und Tagesfamilienorganisationen ein Gesuch stellen um dem System beizutreten. Die Gesuchsformulare für Gemeinden finden Sie hier. Jene für Kindertagesstätten und Tagesfamilienorganisationen hier. Die ersten Gutscheine können per 1.8.2019 ausgegeben werden.

Aufgrund von notwendigen Anpassungen auf Gesetzesstufe wird die vollständige Umstellung auf das Betreuungsgutscheinsystem erst mit dem im Verlauf des Jahres 2021 in Kraft tretenden Gesetz über die sozialen Leistungsangebote (SLG) erfolgen. Voraussichtlich löst erst dann das Betreuungsgutscheinsystem das aktuelle Gebührensystem definitiv ab und die Mitfinanzierung erfolgt allein über die Abrechnung der Gutscheine.

Ausgangspunkt für die Systemumstellung ist die vom Grossen Rat am 24.01.2011 überwiesene Motion Müller (221-2010) „Externe Kinderbetreuung: Gleich lange Spiesse für KMUs und Staatsbetriebe“. Das System wurde 2013 in der Stadt Bern als Pilotprojekt eingeführt und positiv evaluiert (die Langfassung der Evaluation liegt hier (PDF, 2 MB, 168 Seiten) vor, auf Französisch gibt es eine Kurzfassung). (PDF, 222 KB, 20 Seiten)


Kita-Gutscheine haben sich in der Stadt bewährt Seit dem Systemwechsel haben sich die Wartezeiten für Kita-Plätze deutlich verringert.

«Das neue System ist ein Erfolgsmodell», sagt Pia Aeschimann, Geschäftsführerin der privaten Kitas Murifeld. Eltern müssten heute nicht mehr lange auf freie Kita-Plätze warten. Das war früher anders: Wer in der Stadt ein Kind erwartete, meldete es in der Regel lange vor der Geburt an.

Die Stadt hat das System mit den Betreuungsgutscheinen im Januar 2014 eingeführt. Zuvor wurden die Kitas von der Stadt direkt subventioniert. In Bern setzte sich vor allem GLP-Grossrat Michael Köpfli für einen Systemwechsel ein. Im Stadtrat führte dies zu hitzigen Debatten. Schliesslich sprachen sich die Berner Stimmberechtigten in zwei Abstimmungen für das Gutscheinsystem aus.

Nun ziehen vier Jahre nach dem Systemwechsel auch die Stadtbehörden eine positive Bilanz: «In der Stadt hat sich das Gutscheinsystem bewährt», sagt auch Alex Haller vom städtischen Jugendamt. Das Angebot habe sich deutlich verbessert. Zahlen der Stadt belegen dies: 2013 gab es in der Stadt 53 subventionierte Kitas, heute sind es 74, welche Gutscheine annehmen. Dazu gehören auch die 16 von der Stadt selbst betriebenen Kitas. Dadurch hat sich die Platzsuche der Eltern in der Stadt verbessert. Heute warten sie im Schnitt nur noch halb so lange auf einen Krippenplatz.

Büroaufwand hat zugenommen

Eltern finden heute zwar schneller einen Kita-Platz, ihr administrativer Aufwand hat sich aber vergrössert. Wollen sie unterstützt werden, müssen sie jährlich einen Antrag stellen, um die Höhe ihres Gutscheins berechnen zu lassen. Diese hängt ab vom familiären Nettoeinkommen und vom Vermögen. Die Stadt hat dafür extra einen Kita-Gutscheinrechner online gestellt, bei dem Eltern die ungefähren Kosten für einen Kita-Platz ausrechen können. Neben den Eltern hat das Gutscheinsystem auch für die Ämter und die Kitas selbst zu mehr Büroaufwand geführt. In der Regel erhalten nur Eltern Gutscheine, welche zusammen mehr als 100 Prozent arbeiten. Es gibt jedoch Ausnahmen. Zum Beispiel bei Kindern, deren soziale Integration nicht gewährleistet ist, zum Beispiel weil die Eltern kein Deutsch sprechen. Eine Fachstelle entscheidet, ob deren Eltern Betreuungsgutscheine erhalten. Anfangs habe es Startschwierigkeiten gegeben, heute funktioniere es besser, heisst es bei der Stadt.

Von dem neuen System erhoffte sich die Stadt ausserdem ein differenzierteres Betreuungsangebot. Dazu kam es nicht: Die Öffnungszeiten der Kitas unterscheiden sich heute kaum. «Da die meisten Kitas um 18 Uhr schliessen, gibt es etwa für Menschen im Verkauf kaum Angebote», sagt Haller. Zwar testen einzelne Kitas längere Öffnungszeiten, doch offenbar war die Nachfrage zu klein. Trotz deutlich mehr Konkurrenz musste bislang keine einzige private Kita schliessen. Hingegen gebe es einige städtische Kitas, welche nicht ganz kostendeckend liefen, sagt Haller. In der Summe aller städtischen Kitas würden die Kosten aber gedeckt. Seit 2016 darf die Stadt Bern ihren eigenen Kitas keine Defizitgarantie mehr geben.

 

https://www.derbund.ch/bern/kanton/kitagutscheine-haben-sich-in-der-stadt-bewaehrt/story/27219720